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HENNEN
Allgemein: Das
heutige Haushuhn stammt vom Bankivahuhn ab, welches schon im 3.Jahrtausend v.
Chr. in Vorderindien lebte. Es hat eine Lebenserwartung von max.
12 Jahren und braucht unbedingt ein Leben in einer Gemeinschaft. Hühner in
der Gemeinschaft fühlen sich wohl, sie geniessen größeren Schutz vor Bedrohung
durch Gefahren und im Vertrauen auf die Gruppe beschäftigen sie sich sorglos
mit sich und ihrer Umwelt. Untereinander besteht eine feste Rang- bzw.
Hackordnung. Dies ist dringend zu beachten wenn neue Tiere in eine bestehende
Gemeinschaft hineinkommen. Es kommt zu Kämpfen, bis eine neue Rangordnung
entstanden ist.
der Stall und seine
Einrichtung: Die wichtigsten Grundlagen einer artgemäßen Haltung sind vor
allem Licht, Luft und Sonne. Ein heller, trockener, gut belüfteter, jedoch
zugfreier Stall ist von großer Bedeutung. Dieser sollte auch bei schlechtem
Wetter wie Wind, Regen etc. als Schutz dienen. Ungefähre Richtwerte für den
Holzstall sind bei einer Lebensgemeinschaft von 10 Tieren mind. 2 x 2 m als
Außenmaß und eine Höhe von 1,80 m- 2,20 m. Der Fußboden muß
feuchtigkeitsabweisend, fäulnissicher und recht widerstandsfähig sein. Er darf
aufsteigende Bodennässe nicht aufnehmen, denn ein Stall wird ohnehin sehr
schnell feucht. Er sollte sich leicht säubern und desinfizieren lassen.
Ideal ist ein Fundament aus Beton und ein gut isolierter Fußboden. Bei
Ställen ohne Bodenbelag (Naturboden, Erdboden) ist ein häufiges Umgraben oder
Auswechseln wichtig um einer Anreicherung des Bodens mit Krankheitserregern
vorzubeugen. Die Seitenelemente sollten doppelwandig sein, damit eine gute
Isolierung gewährleistet ist. Die Stallfront ist mit einem Fenster zu versehen,
das
den Stallboden genügend erhellt und ist somit möglichst nach Süden oder
Südosten zu richten. Da Hühner eine relativ trockene Stalluft brauchen, aber
auch einen großen Sauerstoff- und Frischluftbedarf haben, sollten
Lüftungsklappen vorhanden sein, welche z.B. oberhalb des Fensters angebracht
sind. Im Sommer könnte ein fest konstruierter Gitterrahmen das Fenster ersetzen.
Außer Tür, Fenster und Lüftung gehört noch ein verschließbares Schlupfloch
in den Hühnerstall. Um vor Wind zu schützen, kann man einen Windschutzkasten,
d.h. einen Vorbau mit seitlichem Eingang, vor dem Schlupfloch anbringen. Als
Scharr- bzw. Einstreumaterial eignen sich Sand, Kurzstroh, etwas Torf,
Sägespäne, trockenes Eichenlaub usw. Optimal ist eine Schicht von 20 cm.
Eine funktionelle und gute Inneneinrichtung des Stalles ist ein Kotbrett mit
darüber (etwa 30-40 cm) angebrachten Sitzstangen, welche unbedingt
nebeneinander in Abständen von ca. 35cm angeordnet sein sollten um
Streitigkeiten zu vermeiden. (Man rechnet min. 20 cm Sitzstange pro Huhn.) Die
Sitzstangen sollten einen Durchmesser von mindestens 5 cm haben um ein
angenehmes Sitzen zu ermöglichen. Sie müssen zur einfachen Reinigung
herausnehmbar sein, dürfen sich aber nicht bewegen. Die Hühner benötigen die
Sitzstangen zum Schlafen.
Die Futter- und Trinkgefäße müssen stabil, von den Tieren jederzeit gut
erreichbar und leicht zu reinigen sein. Die Standorte sind so auszuwählen, daß
sie weder durch hineingescharrte Einstreu noch durch Kot verunreinigt werden
können.
Metallgefäße für Trinkwasser sind abzulehnen, da diese leicht oxidieren und
nach eventuellen Zugaben von Medikamenten oder Vitaminpräparaten dabei giftige
Verbindungen entstehen können. Da Hühner zum Zermahlen des Futters im
Muskelmagen kleine Steinchen benötigen, sollte trotz Auslauf zusätzlich ein
Grit-
bzw. Sandkasten angeboten werden.
Der Auslauf und seine
Gestaltung: Grundsätzlich ist ein grasbewachsener Auslauf mit Baum- und
Buschbestand für Hühner der optimale Lebensraum. Unter freiem Himmel fühlen sie
sich ihrer Herkunft entsprechend/naturgemäß unsicher/unwohl. Obstbäume und
Sträucher spenden Schatten und bieten zudem windgeschützte Plätze. Die Fläche
sollte etwa 20 m² pro Huhn betragen. Der Rasen ist kurz zu halten, da lange
Grashalme nicht mehr gefressen werden.Nach Möglichkeit sollte ein Teil der
Auslauffläche überdacht sein, so, daß der Futterplatz immer im Trockenen liegt.
Von großer Wichtigkeit ist ein Platz, an dem duie Tiere ein Staubbad nehmen
können. Bietet der natürliche Boden keine Möglichkeit dazu, so sollte ein
überdachtes Staubbad von 1 x 1 m, gefüllt z.B. mit feinem Heidesand, angelegt
werden. Dies dient der Freihaltung von Außenparasiten und steigert das
Wohlbefinden der Tiere.
Das Auslaufgelände ist, je nach Abnutzung, wie folgt zu bearbeiten:
Löcher und andere Unebenheiten sind wieder auszugleichen, für regelmäßiges
Grasangebot ist zu sorgen und gelegentliches Düngen (mit Phosphor und Kalk) und
Umgraben ist notwendig. Das Vorhandensein eines Wechselauslaufes ist hierbei von
Vorteil. Dabei wird ein Auslauf genutzt, während sich der 2. Auslauf erholen
bzw. gepflegt werden kann. Der gesamte Auslaufbereich sollte sicher eingezäunt
sein. Dazu eignen sich sämtliche Maschendrahtzäune, aber auch sehr dichtes,
dorniges und reich verzweigtes Buschwerk, wie Berberitzen, Feuerdorn und
Schlehen. Die künstliche Einzäunung ist jedoch der natürlichen vorzuziehen, da
eine konstante Höhe (von ca. 1,30 - 1,50m) gewährleistet ist, ein Untergraben
vermieden wird (vor allem bei festen Fundamenten) und ein Eindringen von
Freßfeinden (z.B. Fuchs) verhindert wird. Um Hühner vor Greifvögeln (Habichte
und Bussarde) zu schützen, sollte man, zumindest teilweise, den Auslauf mit
Netzen überspannen. Als Schutz vor Mardern, welche ausschliesslich nachts aktiv
sind, sollten die Hühner abends in den Stall gebracht werden.
Fütterung: Bei der
Fütterung sind einige Besonderheiten der Verdauungsorgane des Huhnes zu
berücksichtigen. Der Verdauungsweg ist im Verhältnis zu anderen Tierarten sehr
kurz. Das erfordert eine Nahrung, die innerhalb kurzer Zeit aufgeschlossen
werden kann. Der tägliche Futterverzehr ist relativ gering, größere
Speicherorgane im Magen-, Darmkanal fehlen, deshalb benötigt das Huhn ein
besonders hochwertiges Futter. Das Futterangebot sollte sich aus Körnerfutter,
Weichfutter und Wurzel- und Knollenfrüchten zusammensetzen.
Körnerfutter: Gerste, Weizen, Mais und Hafer sind besonders
geeignet. Pro Huhn hat man ungefähr einen Getreidebedarf von 50g. Am besten
reicht man dieses abends oder eine kleinere Teilmenge morgens und die größere
Menge abends. Angekeimtes Getreide bietet vor allem im Winter einen
Grünfutterersatz. Durch den Keimvorgang werden Vitamine und hochverdauliche
Nährstoffe in hohem Maße freigesetzt.
Weichfutter: Als Weichfutter kann man gekochte Kartoffeln,
Kartoffelschalen, eingeweichtes Brot, Schrot, gekochte Nudeln und Reis sowie
sämtliches Gemüse anbieten. Die Menge sollte jedoch so bemessen sein, daß sie in
einer halben Stunde aufgefressen ist. Dann kann das Weichfutter im Sommer nicht
säuern und im Winter nicht gefrieren.
Wurzel- und Knollenfrüchte: Es können Kartoffeln (in gekochtem
Zustand), Mohrrüben, Rote Rüben und Zuckerüben gefüttert werden. Außerdem werden
während des Auslaufes Grünfuttersorten, wie Gras, Klee, Luzerne, Brennessel etc.
aber auch Kerbtiere und Würmer gerne aufgenommen. Während der Mauser, d.h. dem
Neuaufbau des gesamten Federkleides, ist auf eine besonders gute Fütterung zu
achten. Durch die vermehrte Gabe von ölhaltigen Sämereien wie Hanf, Leinsamen
und Sonnenblumenkernen wird den zum Teil anfangs federlosen Tieren mehr Wärme
bereitgestellt. Eine erhöhte Wärmeproduktion bedingt auch der Mais. Obst
(Melonen etc.)!
Die Versorgung der Tiere mit Wasser spielt eine bedeutende Rolle. Frisches
Trinkwasser muss den Hühnern ständig zur Verfügung stehen. Das ist sowohl im
Winter, wenn das Wasser rasch gefriert als auch im Sommer, wo es schnell
verdunstet, zu beachten. Ein Huhn braucht täglich 1/4 Liter frisches Wasser,
wobei fließendes Wasser von den Tieren gegenüber sthendem Wassser vorgezogen
wird.
Krankheiten und
Vorbeugungsmaßnahmen: Zur Gesundhaltung der Hühner ist Hygiene sehr wichtig.
Als vorbeugende Maßnahme hat die Reduzierung des Kot-Tier-Kontaktes eine enorme
Bedeutung. Dies wird durch folgende Vorgänge erreicht:
Täglich ist der anfallende Kot durch Reinigung des Kottisches zu entfernen.
Ebenfalls täglich sind die Futter- und Trinkgefäße zu säubern, da Futerreste
schnell schlecht werden und sich in Wassernäpfen Algen bilden können.
Wöchentlich ist die die Tiedstreu im Stall umzuharken. Bei flacher Einstreu ist
diese häufig zu wechseln; sie muß unbedingt trocken sein, da sonst leicht
Krankheitsherde entstehen! Monatlich sind die Sitzstangen zu reinigen und zu
desinfizieren. Bei der Generalreinigung, die 1-2 Mal im Jahr durchgeführt werden
sollte, wird der komplette Stall ausgeräumt und desinfiziert. Das Auslaufgelände
muß diesbezüglich ebenso beachtet werden.
Eine tägliche Kontrolle der Tiere ist selbstverständlich. Hierbei werden in der
Regel Veränderungen rechtzeitig bemerkt, wie z.B. Tiere, die aufgeplustert und
apathisch sind, die Lahmheiten oder Atemgeräusche zeigen, die wenig oder gar
nichts fressen, die Durchfall haben, Juckreiz zeigen... Wird ein verändertes
Verhalten beobachtet, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden, da sich die
Erscheinungsbilder oft sehr ähneln und meist nur von einer Fachperson erkannt
werden können. Lediglich die Ektoparasiten können durch aufmerksame Beobachtung
erkannt werden:
Federlinge: 1-3mm lange, flügellose, sehr bewegliche Kerbtiere, die sich von
Hautschuppen, Federteilen und Drüsenabsonderungen ernähren. Sie bewirken starken
Juckreiz und zerfressen die Federn. Behandlung mit Insektenpulver (Kieselgur!!!
>>Kieselgur, auch Kieselmehl, Siliciumdioxid, Novaculit, Novaculite, Tripolit,
Tripolite, Diatomit oder Diatomeenerde, ist eine weißliche, pulverförmige
Substanz, die aus den Kieselsäureschalen fossiler Kieselalgen besteht.<<).
Kalkbeinmilben: ca 0,45 mm groß, setzen sich unter den Schuppen der Läufe fest.
Das Hautgewebe wuchert und bildet eine dicke, borkige Schicht. Sie verursachen
ebenfalls Juckreiz und Schmerzen bis zum Lahmgehen. Behandlung: Läufe mit warmem
Wasser und Schmierseife abwaschen und mit Öl einreiben + Stalldesinfektion
Rote Vogelmilben: 0,6 - 1mm lang, saugen nachts das Blut der Hühner, tagsüber
sitzen sie unter den Sitzstangen, in Ritzen, Spalten und sonstigen dunklen Ecken
des Stalls. Sie schwächen die Hühner durch den Blutentzug, die gesamte Hautfarbe
kann erblassen (v.a. der Kamm). Behandlung mit Insektenpulver (s.o.) +
Stalldesinfektion
Flöhe im erwachsenen Stadium saugen ebenfalls Blut, die Eier ind in der Einstreu
und dem Kot. Behandlung: mit Insektenpulver (s.o.) + Stalldesinfektion
Auch Asche (z.B. aus offenem Feuer, Holzofen, Kamin) ist ein gutes (und
kostengünstiges) Mittel gegen Parasiten
Durch das Vorhandesein
eines Staub- oder Sandbades und regelmäßiger Hygienemaßnahmen wird einem
Ektoparasitenbefall jedoch weitestgehend vorgebeugt.
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