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MÖNCHENGLADBACH
Einer der vier Kampfhunde, die unter schlimmsten Bedingungen gehalten wurden. Für den "Fall der Fälle" lagerte ihr Herrchen Medikamente, mit denen er Tiere töten kann. 
Gequälte Hunde und Hanf-Plantage

 
Eine Cannabis-Zucht entdeckte die Polizei im Keller und vier verletzte Tiere in einer Wohnung an der Spinner Straße.

Mönchengladbach. "Ich habe in meiner ganzen Zeit in diesem Beruf noch nie solch schlimme Verletzungen gesehen." Dr. Stanislav Piliar ist entsetzt. Der Tierarzt hat eine etwa drei Jahre alte Hündin in seiner Obhut, bei der noch nicht klar ist, ob sie überleben wird. Neben einer Cannabis-Plantage mit 330 Pflanzen im Keller entdeckte die Polizei die etwa drei Jahre alte Hündin am Dienstag zusammen mit drei weiteren American Staffordshire Terriern in einer Wohnung des Hauses an der Spinner Straße in Engelbleck.

Ein 43-Jähriger, der dort unangemeldet bei seiner Freundin (33) lebt, soll die Tiere, die in aufeinander gestapelten Hundetransportboxen gehalten wurden, für illegale Hundekämpfe benutzt haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass er vom Cannabis-Anbau und dem Wetten beziehungsweise Veranstalten von Hundekämpfen in den Niederlanden seinen Lebensunterhalt bestritt.

Lebensbedrohlich sind die etwa vier Tage alten Verletzungen der Hündin an Lefzen, Kopf und rechter Schulter. "Das Tier ist abgemagert, müsste eigentlich etwa 22 Kilo wiegen, wiegt aber nur 17", berichtet Piliar. Antibiotika, Schmerzmittel und Infusionen sollen dem zuvor gänzlich unbehandelten Tier helfen. "Zum Glück frisst sie", sagt der für das Tierheim Am Hülserkamp tätige Veterinär, der überrascht war, "was für eine unwahrscheinlich liebe Hündin sie ist."

Ihre drei Leidensgenossen zwei Rüden und eine Hündin haben auch Bissverletzungen, die aber alle älteren Datums und abgeheilt sind. "Wie unter Schock liegen sie in ihren Körbchen", berichtet die Tierheim-Leiterin Charlotte Kaufmann. Wie sich gestern herausstellte, trägt einer dieser Hunde einen Chip des Veterinäramtes und rollt einen bisher höchst mysteriösen Fall wieder auf.

Im November 2001 war das hiesige Ordnungsamt auf Hinweis der Westdeutschen Zeitung schon einmal auf den heute 43-Jährigen aufmerksam geworden. Er hielt im Bereich der Niers in Zwingern elf Tiere für illegale Hundekämpfe. Die Verwaltungsmitarbeiter brachten die Kampfhunde, darunter auch Welpen, damals allesamt ins Tierheim.

Auf bislang ungeklärte Art und Weise wurden zwei der sichergestellten und vom Amtstierarzt gechipten Vierbeiner bei einem späteren Einbruch aus ihrem neuen "Zuhause" Am Hülserkamp gestohlen. Die Daten bei einem der vier aus der Engelblecker Wohnung geholten Hunde stimmen mit denen eines dieser alten Chips überein. "Das ist unser Lukas von damals", sagt Kaufmann.

Der gebürtige Korschenbroicher, dem wegen des Vorfalls 2001 die Haltung von Tieren verboten war, sagte in seiner Vernehmung nur, dass er die schwer verletzte Hündin gefunden und in seine Obhut genommen habe. Die anderen Tiere hätten sich selbst verletzt. Keine Aussagen machte er zu der Plantage, die nach derzeitigem Wachstum eine Ernte von vier bis sechs Kilogramm Marihuana erbracht hätte.

Mindestens einmal war nach Ansicht der Ermittler schon geerntet worden. Vermutlich war die Plantage sogar schon zwei Jahre in Betrieb. Der gebürtige Korschenbroicher hatte die Kellerräume aufwändig mit speziellen Wärme-, Bewässerungs- und Belüftungssystemen und einem Geruchsfilter umgebaut. Den Strom hatte er "kostenneutral" von der Hauptstromleitung abgezweigt. Zeugen hatten die Polizei wegen des "merkwürdigen Geruchs" und Gebells alarmiert.

 

26.01.06
Von Claudia Kook

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Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen,  wie sie ihre Tiere behandelt. Mahatma Ghandi

Aktualisiert am
30.08.2010
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