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BÜNDNIS FORDERT NEUES HUNDEGESETZ
Weg mit der Rasseliste

Trotz der hessischen Hundeverordnung steigt die Zahl der Hundebisse seit
zehn Jahren kontinuierlich an. Am häufigsten fiel der Schäferhund auf – der
nicht auf der Liste steht. Experten und SPD wollen die Rasseliste durch
einen Halterkunde-Nachweis ersetzen.

Der Deutsche Schäferhund steht nicht auf der Liste, führt aber die
Beißstatistik an.
Foto: dpa

Kein Hesse darf sich einen Hund anschaffen, ohne zuvor eine theoretische
Halterkunde absolviert zu haben. Sämtliche Tiere sind per implantiertem Chip
identifizierbar und alle sind haftpflichtversichert – so zumindest stellt
sich die SPD-Landtagsabgeordnete Judith Pauly-Bender die Eckpfeiler eines
hessischen Hundegesetzes vor, das die umstrittene Rasseliste ablösen soll.

Mit Ursula Hamann hat die Sozialdemokratin eine politische Mitstreiterin
gefunden, die mit ihr das Thema seit Wochen vorantreibt. Und auch
Landestierärztekammer und Tierschützer ziehen mit. Der nächste Termin ist
der heutige Dienstag. Am Nachmittag, so Pauly-Bender, kämen Landespolitiker
– auch der CDU – zusammen, um mit fachkundigen Verbänden und Institutionen
über die Angelegenheit zu sprechen. Für den Abend laden die beiden
Politikerinnen zu einer öffentlichen Veranstaltung mit Experten ein.

Nicht die Rasse entscheidet, ob ein Tier bissig ist, so argumentieren die
Politikerinnen und wenden sich mit anderen gegen die Rasseliste für
gefährliche Hunde des Innenministeriums. Die Unkenntnis der Besitzer sei
fast immer schuld an Zwischenfällen. „Die SPD wirbt für mehr Hundekunde und
Verantwortung beim Halter“, sagt Pauly-Bender. Als gefährlich dürfe allein
der Hund eingestuft werden, der zum Beißen neigt – ob Dackel, Rottweiler
oder Promenadenmischung.

Dass die hessische Hundeverordnung nicht die Sicherheit bringt, die sie
verspricht, beweist die der FR vorliegende Statistik. Danach stieg die Zahl
der Hundebisse seit dem Jahr 2000 kontinuierlich an. Am häufigsten fiel der
Schäferhund auf – der nicht auf der Liste steht. Deshalb fordern Experten in
einem „Wiesbadener Manifest“, die Liste durch einen Halterkunde-Nachweis zu
ersetzen. 800 Menschen hätten inzwischen unterzeichnet, sagt Hamann. Die
Rasseliste stigmatisiere bestimmte Hunde und deren Halter. Deshalb, so
Pauly-Bender, seien die Vierbeiner in den Tierheimen kaum vermittelbar.

Vom Innenministerium gab es bis Redaktionsschluss keine Antwort.

http://www.fr-online.de/rhein-main/weg-mit-der-rasseliste/-/1472796/4861036/
-/index.html

 
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Impressum

Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen,  wie sie ihre Tiere behandelt. Mahatma Ghandi

Aktualisiert am
07.02.2012
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Feb 04 - Feb 12