Bernburg/MZ.
Tobias Schulla aus Bernburg kann es noch immer nicht fassen.
Bisher unbekannte Tierquäler haben seine Katze Jacky am
Sonntagnachmittag in der Karlstraße brutal ermordet. Der
oder die Täter haben das Tier im Garten von Schulla auf eine
Eisenstange im Tomatenbeet längelang aufgespießt. "So etwas
ist doch krank", sagt der 26-Jährige.
Die Fakten klingen grausam: Die Eisenstange wurde vom Anus
der Katze bis zur Lunge vorgestoßen. "Man muss von massiven
Gewalteinwirkungen ausgehen. Die Eisenstange hat sich
parallel zur Wirbelsäule des Tieres befunden", sagte am
Montag die behandelnde Tierärztin Arnhild Peters. Aus dieser
Präzision schließt die Ärztin auch, dass die Katze sich
diese Verletzungen auf keinen Fall selbst zugefügt haben
kann. Selbst, wenn sie von irgendwo heruntergesprungen sei.
Das habe jemand gezielt getan, sagt die Ärztin.
Gegen 15.45 Uhr hat Tobias Schulla seine Jacky am
Sonntagnachmittag gefunden. Nachdem er das Tier von einem
Fenster seiner Wohnung aus im Tomatenbeet aufgespießt
gesehen hat, sei er sofort herunter in den Garten gerannt.
"Sie hat noch gelebt, gezappelt und auch leise geknaut",
erinnert sich der junge Mann. Er sei sofort zum Tierarzt
gefahren - Arnhild Peters hatte am vergangenen Sonntag
Bereitschaft - doch das Tier ist noch beim Transport an
seinen Verletzungen verstorben. Jetzt liegt Jacky im Garten
an ihrer Lieblingsstelle im Blumenbeet neben einem
Rosenstrauch begraben. "Dort hat sie häufig gelegen", sagt
Schulla. Ein kleines Holzkreuz will er demnächst aufstellen.
Warum jemand so etwas tut, darauf hat der Bernburger keine
Antwort. "Ich habe mit niemandem Ärger, noch hat sich
irgendjemand über die Katze beschwert", sagt er. Zudem sei
Jacky - die nur zum Streunern draußen unterwegs war - eine
sehr ängstliche Katze gewesen. Schulla hat jetzt Anzeige
gegen unbekannt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz
erstattet. "Ich hoffe, dass die Tierquäler geschnappt
werden", sagt Schulla.
Darauf hofft auch Heike Seeber, die Vorsitzende des
Bernburger Tierschutzvereines. "Das ist schon eine sehr
heftige Tat", kommentierte sie am Montag den Fall. Seeber
wird regelmäßig mit dem Tatbestand der Tierquälerei
konfrontiert und weiß, wie schwer es ist, Tierquäler
überhaupt dingfest zu machen. "Die Täter werden selten zur
Verantwortung gezogen", sagt Seeber. Meist aus Mangel an
Beweisen. Über das Strafmaß, das den Tierquälern droht -
wenn sie denn gefasst werden - entschiedet das Gericht bei
einer möglichen Verhandlung. Bei Tierquälerei drohen
Geldstrafen bis hin zur Freiheitsstrafe, sagt Seeber.
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