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Paul McCartney engagiert sich für ein EU-Importverbot für Hunde und Katzenpelze.
ZDF/dpa
37 Grad: Thema Tierschutz
"Was für eine Gesellschaft wollen wir sein?"
Exklusiv-Interview mit Sir Paul McCartney
Seit über 20 Jahren engagiert sich Paul McCartney für die Rechte der Tiere. Paul
McCartney war bereit, 37 Grad ein exklusives Interview zu geben. Das Thema: Wie
gehen wir mit unserem Mitgeschöpf "Tier" um? Auch zu den überraschenden Fakten
im Film äußert sich McCartney im Interview mit Reinold Hartmann.
04.10.2005
Gesellschaft
ZDF: Sir Paul, seit vielen Jahren setzen Sie
sich für die Rechte von Tieren ein - warum?
Paul McCartney: Weil ich Tiere liebe. Da wir diesen Planeten mit ihnen teilen,
glaube ich, dass es sehr grausam, unfair und dumm wäre, sie zu eliminieren.
Viele Menschen lieben Tiere, aber ich denke, dass nicht jeder versteht, wie
grausam sie behandelt werden. Als ich das begriffen hatte, wurde ich aktiv und
begann auf andere Menschen einzuwirken, dass wir das nicht tun sollten. Aber
mein Hauptgrund ist: Ich liebe Tiere und respektiere sie.
ZDF: Gab es ein besonderes Erlebnis, das Ihre
Einstellung gegenüber Tieren veränderte?
McCartney: Ich glaube, da ist einiges passiert. Ich ging gern fischen. Eines
Tages fing ich einen Fisch, zog ihn heraus, er schnappte nach Luft und ich
dachte, indem ich ihn aus seiner Welt reiße und in meine bringe, töte ich ihn.
Ich dachte, dass ich das vielleicht nicht tun sollte. Vielleicht sollte ich ihn
in seine Welt zurückbringen. Ich nahm ihn vom Haken, ließ ihn frei und er war
sehr glücklich. Und ich war auch glücklicher. Ich musste diesen Fisch an diesem
Tag nicht umbringen.
Ein anderes Mal befand ich mich auf einer Farm. Es war die Zeit, in der die
jungen Lämmchen zur Welt kommen und es gab viele Lämmer, die von einer Seite des
Feldes zur anderen sprangen und glücklich waren. Es war Frühling und sie hatten
eine wunderbare Zeit. Wie auch immer, unsere Mahlzeit war Lamm und wir
beobachteten die Schäfchen vom Fenster aus. Ich brachte die Lammkeule auf meinem
Teller mit einem Bein da draußen in Verbindung. Die Lämmer rennen draußen umher,
sind glücklich und da dachte ich, vielleicht muss ich das nicht tun, vielleicht
gibt es eine Alternative.
Dies waren die beiden entscheidenden Erfahrungen. Nach diesem "Lamm-Erlebnis"
wurde ich Vegetarier und ich bin es jetzt schon sehr lange, vielleicht schon 30
Jahre. Ich bin sehr glücklich darüber und habe gegenüber Tieren ein ganz reines
Gewissen. Es ist ein sehr wichtiger Teil meines Lebens geworden und deswegen
möchte ich auch anderen Menschen klar machen, dass es nicht nötig ist, immer
weiter so zu leben, wie wir traditionell bis dahin gelebt haben. Wir haben auch
viele andere Dinge verändert, wir haben die Sklaverei abgeschafft, die damals
eine ganz normale Sache war und heute als grausam und anormal angesehen wird.
Für mich ist das ein Prozess der Veränderung.
ZDF: Es war also eine Art Saulus-Paulus-Erlebnis, das Ihr Verhalten verändert
hat?
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»Ich bin
erschüttert, dass Menschen so grausam sein können. Die Leute in
Europa kaufen Pelze und wissen gar nicht, dass sie so etwas
unterstützen.« |
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Heather Mills
McCartney |
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McCartney: Im
Leben macht man Erfahrungen, die die Art verändern, wie man leben
möchte. Manche Menschen gehen in den Krieg und kehren als Pazifisten
zurück. In meinem Fall war es so, dass ich gar nicht darüber nachdachte.
Ich glaube, dass das bei den meisten Menschen so ist, dass man nicht
darüber nachdenkt. Man bekommt das Essen vorgesetzt und isst es einfach.
Als Kind dachte ich nie darüber nach, was ich da aß. Das Einzige, was
ich wirklich nicht mochte, war Zunge, weil ich da sehen konnte, was es
war. Aber sonst war alles abgepackt, so dass ich nicht das Huhn oder das
Lamm, sondern nur ein bisschen Nahrung sah.
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Erst später,
als ich darüber nachzudenken begann, besorgte ich mir
Informationen bei Tierschutzorganisationen. Und die waren
wirklich schockierend! Wenn man begreift, wie viele Kälber
getötet werden. Das sind Tausende, und es lässt mich darüber
nachdenken, was für eine Gesellschaft wir sein wollen: Wollen
wir immer so sein, wollen wir immer brutal sein? Und wollen wir
immer weiter unsere Kinder darin bestärken, nicht darüber
nachzudenken? |
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ZDF: Was sagt die Art, wie Menschen die Tiere behandeln, über eine Gesellschaft
und ihr Bewusstsein aus?
McCartney: Meiner Meinung nach drückt sie aus,
dass wir nicht darüber nachdenken, was wir tun. Wir haben Autos, die Schadstoffe
ausstoßen und das Klima verändern. Wir sehen all das, aber wir kümmern uns nicht
darum. Ich kaufe mir ein schönes Auto, das macht nichts, ich bin ja nur eine
einzige kleine Person. Aber, wenn Sie das millionenfach vervielfachen, macht es
etwas aus. Und wir sehen es nun mit El Nino, mit der globalen Erwärmung. Das
zeigt, dass wir immer noch ein bisschen dumm sind als Gesellschaft, als globale
Gesellschaft.
ZDF: Wir waren gerade in China. Wie sahen Katzen und Hunde, die getötet
wurden, nur um aus ihnen Felle zu machen. Ich habe einige Fotos mitgebracht. Was
empfinden Sie, wenn Sie diese Bilder anschauen?
McCartney: Es ist schockierend, es ist widerlich. Ich habe erst kürzlich durch
Menschen wie Manfred (Karremann) davon erfahren. Es ist furchtbar, es ist
grausam und nicht richtig, wir sollten das nicht tun. Aber auf eine gewisse
Weise ist es auch gut, solche Bilder zu zeigen: Denn die Menschen lieben ihre
Hunde und Katzen und wir im Westen würden nie daran denken, sie zu töten, um
ihnen das Fell abzuziehen. Wir halten das für falsch und somit ist es auf eine
bestimmte Art und Weise gut, man bekommt eine Art Vorstellung, um Menschen zu
sagen: Schau her, meinen kleinen Hund möchte ich nicht töten, ich möchte nicht
sein Fell abziehen, da ich im Unrecht wäre.
Was meine Frau Heather und ich vor allem erreichen wollen, ist ein Importverbot
für Katzen- und Hundefelle. Wir möchten dies stoppen. Vielleicht haben wir in
Europa die Möglichkeit, durch die Europäische Union ein Verbot zu bewirken. Das
wäre ein guter Anfang, und es würde bedeuten, dass sie in China darüber
nachdenken müssten, was sie tun und was sie erlauben.
ZDF: In Deutschland haben wir Beweise dafür, dass viele Katzen durch
Jäger getötet werden, etwa, wenn sie das Haus verlassen und auf den Feldern
sind. Wir können es nicht verstehen. Haben Sie eine Erklärung dafür, warum
Menschen so etwas tun?
McCartney: Ich weiß es nicht. Es ist erstaunlich, manchmal bedaure ich diese
Menschen und ich wundere mich darüber, was in ihren Köpfen vorgeht. Vielleicht
sind es einfach grausame Menschen. Vielleicht sind es Menschen, die nicht
verstehen, was vernünftig ist auf dieser Welt. Und sie werden nicht die ersten
sein, denn im Laufe der Geschichte hat es immer sehr viele dumme Menschen
gegeben, die sehr viele dumme Dinge getan haben. Ich möchte in die Zukunft
schauen und Menschen dazu bringen, damit aufzuhören. Aber die einzige
Möglichkeit ist, Gesetze zu verändern und zu sagen: Das ist nicht erlaubt!
Ich denke, dies ist der beste Weg nach vorne. In Bezug auf Katzen- und
Hundefelle ist dies ein guter Moment: Viele Menschen wie ich haben ein sehr
starkes Gefühl für Tiere und genießen es, Tiere auf Farmen oder in Filmen zu
sehen. Auch Kinder lieben von Natur aus Tiere, sie sehen einen Hund und sind von
ihm fasziniert. Wir wollen versuchen, dieses natürliche Gefühl zu nutzen und
diese Brutalität loszuwerden. Wir wollen die Art verändern, wie Menschen
aufwachsen, dass sie denken, auf alles schießen zu können.
Ich schaue optimistisch in die Zukunft und ich möchte
den Menschen, die dieses Interview in diesem Film sehen, sagen: Bitte helfen
Sie! Bitte hören Sie sich diese Argumente und diese Fakten an! Sie sind wahr.
Und ich hoffe, dass Menschen uns darin unterstützen, besonders ein Verbot von
Katzen- und Hundefellen zu erwirken und dass sie mehr darüber nachdenken, wie
wir Tiere behandeln. Es gibt keine Notwendigkeit, grausam zu sein.
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Das Interview führte
Dr. Reinold Hartmann. |
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Diesen Link anklicken, dann kommt man direkt zum Film! Den Film sollte JEDER gesehen haben!!!
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